Über das Stück

„Kräht ja doch kein Hahn danach und tanzt niemand nach meiner Pfeife“, schrieb Fanny Hensel über ihre Musik. Als hochbegabte Pianistin und Komponistin wurde sie trotzdem nur als Schwester von Felix Mendelssohn Bartholdy wahrgenommen. Sie erhielt als Tochter wohlhabender Eltern eine hervorragende Ausbildung, durfte aber im Gegensatz zu ihrem berühmten Bruder ihre Talente nur im Rahmen der Familie und in privaten Salons ausleben.

Das Kinderopernhaus Lichtenberg entdeckt mit ca. 30 Kindern im Alter von 9-12 Jahren Fannys Berliner Lebenswelt und ihre Musik: Wie fühlt es sich an, als Mädchen nicht die gleichen Chancen zu bekommen? Wie ist das, wenn der jüngere Bruder den Lebenstraum, Komponist zu sein, leben darf? In welcher Form trifft die Kinder Fannys Musik und wie berührt sie heute ihre Lebensgeschichte?

Wie in den bisherigen Produktionen werden die mitwirkenden Kinder aktiv in die Konzeption eingebunden. Sie entdecken im Rahmen der Probenarbeit diverse Kompositionen und Liedtexte. Sie sollen sich ihren eigenen Zugang zu den fast 200 Jahre alten Liedern und historischen Umständen verschaffen. In Interviews sprechen sie ausgehend von Fannys Leben u.a. über Geschlechterrollen heute: Nehmen sie Unterschiede überhaupt wahr, und wenn ja, was ist typisch für Jungen oder Mädchen? Will man rebellieren oder genügt es, von der Erfüllung seiner Wünsche zu träumen?

Fanny Hensel, geb. Mendelssohn. Zeichnung

Fanny Hensel (1805-1847), geb. Mendelssohn

Aus den O-Tönen der Kinder werden Spielszenen entstehen, die mit historischen Dokumenten und Fannys Kompositionen das Fundament dieses Musiktheaterabends im einzigartigen Ambiente des ehemaligen Orchesterprobensaals der Staatsoper bilden: Eine Reise in die Kindheit des 19. Jh., die sich so sehr von der heutigen unterscheidet. Daher bilden historische Dokumente über die Kindheit in der Großstadt Berlin, Briefe der Eltern Fannys und ihr Briefwechsel mit dem Bruder Felix einen weiteren Baustein des Projekts. Diese Dokumente werden einerseits zu Dialogen umgeschrieben, andererseits im Original gesprochen oder in Choreographien und Chöre verwandelt.

Der wichtigste Baustein ist die selten aufgeführte Musik der Komponistin. Der Chor des Kinderopernhauses wird mehrere Lieder von Fanny singen – so wird auch ein Teil der musikalischen Gestaltung den Kindern übertragen. Romantische Motive aus ihren Werken bilden die Grundlage für rhythmisch-szenische Improvisationen. Außerdem werden zwei Sängerinnen der Staatsoper den Klang beschwören, den die Komponistin vermutlich im Ohr hatte. Auch wird ihr Klaviertrio d-Moll mit Musikern der Staatskapelle erklingen und mit seiner Energie davon erzählen, wie man seinen Weg verfolgen kann, selbst wenn er zunächst steinig erscheint.

Die Kinder können Fanny als Vorbild entdecken, mit ihrem Drang, ihre musikalische Leidenschaft familiärer und gesellschaftlicher Widerstände zum Trotz auszuleben. Und so werden doch einmal alle nach ihrer Pfeife tanzen!

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